September 2010: Scharlach-Plattkäfer (Cucujus cinnaberinus)

Der in Nord- und Mitteleuropa verbreitete Scharlach-Plattkäfer Cucujus cinnaberinus (Scopoli) war aus Deutschland bis vor wenigen Jahren nur aus dem bayerischen Alpen- und Voralpengebiet bekannt. Die Art ist in ganz Deutschland vom Aussterben bedroht (Rote Liste Kategorie 1).

In den letzten 15 Jahren ist diese hübsche und markante, 11-15 mm lange Art deutlich häufiger geworden, was auf ein verbessertes Totholzangebot zurückzuführen sein dürfte.

Der hier abgebildete Käfer wurde am 11.8.2010 von J. Hofmann als Larve unter der Rinde eines gefällten Pappelstamms bei Augsburg-Gablingen entdeckt. Nach erfolgreicher Verpuppung schlüpfte drei Wochen später der Käfer.

Cucujus cinnaberinus lebt unter morschen, feuchten Rinden stehender oder liegender Stämme zahlreicher Baumarten. Laubhölzer, insbesondere Pappeln, werden wohl bevorzugt. Die sehr stark abgeflachten Larven sehen den Larven der Feuerkäfer (Gattung Pyrochroa) sehr ähnlich und lassen sich sehr viel leichter als die Imagines finden.

Eine Gewebeprobe der Art wurde im Rahmen des Projekts „Barcoding Fauna Bavarica“ zu unserem Projektpartner nach Kanada geschickt. So wird es in Zukunft möglich sein, alle Larvalstadien des Scharlachkäfers schnell und sicher von den häufigen und nicht gefährdeten Feuerkäferarten zu unterscheiden. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil, wenn es um den effizienten Schutz dieser noch immer recht unbekannten FFH-Art geht.

 L. Hendrich